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MIYAGI



![]() | AKTUELLER RELEASE HYDRAULIC SON RELEASE: 07.11.2008 LABEL: Richard-Mohlmann-Records VERTRIEB: Indigo |

INFO
Miyagi ist einer jener Namen, die man gerade als mit allzu vielen Bandnamen konfrontierter Horst aus der schreibenden Zunft als "eher unpraktisch" einstufen könnte. Direkte Assoziationen kommen nicht, es sei denn, man ist regelmäßig in Japan zu Erkundungsreisen unterwegs. Somit braucht es möglicherweise einige Zeit, bis man sich den Namen problemlos merken kann.
Hingegen kommen Miyagi auf musikalischer Ebene ohne Umschweife auf den Punkt - an Eingängigkeit lassen die zehn Lieder ihres Albums "Hydraulic Son" (Richard-Mohlmann-Records/Indigo) nicht zu wünschen übrig. Und auch, wenn das musikalische Wirkungsfeld der Band klar abgesteckt ist, an Dynamik und Vielschichtigkeit sucht "Hydraulic Son" - gerade, da es nach nur zwei selbstveröffentlichten EPs das Debut des Quintetts ist - tatsächlich seinesgleichen.
Ein discotaugliches Schlagzeug, spinnenbeinige Gitarren, die sich auch mal ohne Umschweife an einem angesurften Lauf entlanghangeln, ein Bass, der sich in angenehmer Hektik durch die Songs fuhrwerkt und Stefan Matysiks leicht verdunkelter Gesang, der sich auch mal in höhere Gefilde schraubt, sind die Mittel dieser Band, die bemerkenswert genau weiß, was sie da gerade anstellt. Zwischen Dischord und Discothek, Cure und Interpol ist Miyagi ein wirklich beachtlich homogenes und durchweg hochwertiges Album gelungen, das aus verdreckten Proberäumen mit dürren Männern in industriellen Vorstädten Britanniens ebenso stammen könnte wie direkt aus feuchten Kellern mit Männern mit wirrem Haupthaar, dort neben den U-Bahnschächten Brooklyns. Miyagi aber stammen aus Münster, der Fahrradhauptstadt Deutschlands, wo sie sich durch unermüdliches Live-Dasein bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt haben, der ihnen für den Rest des Landes, ach: der Welt auch sehr gut zu Gesicht stünde.
Es ist sicherlich leicht, Miyagi im Zusammenhang mit Bands mit großen Namen zu nennen, weswegen es hier unterlassen sei, denn letztlich definieren sie einen durchaus eigenen Sound, der zwar zweifelsohne eklektisch, nie aber trübes Abbild ist. Der Elektro-Disko wird jedoch kurzerhand das Dach abgehoben, der Indie-Rock hingegen auf die Tanzfläche gezerrt, und die wehmütigen Balladen kommen genau dann, wenn man sie nicht erwartet und somit zum richtigen Zeitpunkt.
Man sollte "Hydraulic Son" einige Durchläufe zugestehen, denn gerade weil die Band sich offenbar wenig für den nächsten großen Namen auf den bunten Titelblättern interessiert, klingt sie überaus zeitgemäß - was ihnen nicht zum Verhängnis werden soll. Sie selbst bringen ohnehin alles Wichtige an ihrer Band am besten auf den Punkt: "We are from Muenster. We make music."















